Hardware-Wallet einrichten: Schritt für Schritt erklärt
Kurz erklärt
Ein Hardware-Wallet ist ein kleines Gerät, das die Schlüssel zu deinen Coins offline speichert. Beim Einrichten erzeugt das Gerät eine neue Seed-Phrase, die du auf Papier oder Metall sicherst, und du legst eine PIN fest. Danach verbindest du es mit der App des Herstellers, machst eine kleine Testüberweisung und prüfst die Wiederherstellung, bevor größere Beträge auf das Gerät gehen.
Wofür ein Hardware-Wallet gut ist
Bei einem Hardware-Wallet liegen deine privaten Schlüssel auf einem eigenen Gerät, das nie direkt mit dem Internet verbunden ist. Jede Überweisung musst du am Gerät selbst bestätigen. Selbst wenn dein Computer verseucht ist, kommt ein Angreifer ohne das Gerät und deine PIN nicht an die Coins.
Ob sich das für dich lohnt, hängt vom Betrag ab. Für ein paar Euro zum Ausprobieren reicht eine Börse oder ein Handy-Wallet. Sobald dir ein Verlust ernsthaft wehtun würde, ist ein Hardware-Wallet die solide Wahl. Den Unterschied erklärt der Vergleich Hot Wallet vs. Cold Wallet.
Bekannte Hersteller sind zum Beispiel Ledger, Trezor und BitBox. Die Einrichtung läuft bei allen nach demselben Muster ab.
Vor dem Kauf
- Nur direkt beim Hersteller oder einem offiziellen Händler kaufen. Geräte von Privatverkäufern oder aus Marktplatz-Angeboten können manipuliert sein.
- Verpackung prüfen. Ein beschädigtes Siegel oder eine bereits geöffnete Packung ist ein Grund zur Rückgabe.
- Liegt eine Seed-Phrase bei, ist es Betrug. Ein echtes Gerät erzeugt die Wörter beim Einrichten immer selbst. Eine mitgelieferte Liste stammt von jemandem, der später dein Wallet leeren will.
- Etwas für die Sicherung einplanen. Papier reicht, für größere Beträge ist eine Metallplatte zum Stanzen oder Gravieren sinnvoll.
Die Einrichtung Schritt für Schritt
1. Die offizielle App installieren
Lade die App des Herstellers herunter. Tippe die Adresse der Herstellerseite selbst ein, statt einer Anzeige in der Suchmaschine zu folgen. Gefälschte Download-Seiten sind eine beliebte Phishing-Masche.
2. Gerät anschließen und Echtheit prüfen
Verbinde das Gerät per Kabel oder Bluetooth. Die meisten Apps prüfen automatisch, ob das Gerät echt ist, und spielen bei Bedarf eine aktuelle Firmware auf. Bestätige Updates nur, wenn die App sie anbietet, nie über Links aus Mails.
3. Neues Wallet erstellen und PIN festlegen
Wähle „Neues Wallet einrichten“ und lege am Gerät eine PIN fest. Nimm keine naheliegende Zahl wie dein Geburtsdatum. Nach mehreren Fehleingaben löscht sich das Gerät selbst, deine Coins sind dann nur noch über die Seed-Phrase zu retten.
4. Seed-Phrase aufschreiben
Das Gerät zeigt dir jetzt 12, 20 oder 24 Wörter. Schreib sie in der richtigen Reihenfolge und nummeriert auf die mitgelieferte Karte oder deine Metallplatte. Die Wörter erscheinen nur auf dem Display des Geräts, nie auf dem Computer. Mach kein Foto und tipp sie nirgends ein. Mehr dazu im Artikel Seed-Phrase.
5. Seed-Phrase bestätigen
Das Gerät fragt einzelne Wörter ab, um sicherzugehen, dass du richtig mitgeschrieben hast. Nimm dir dafür Zeit.
6. Konten für deine Coins anlegen
In der App fügst du Konten für die Kryptowährungen hinzu, die du aufbewahren willst, etwa Bitcoin oder Ethereum. Für jedes Konto zeigt die App eine Empfangsadresse.
7. Testüberweisung mit kleinem Betrag
Schicke zuerst einen kleinen Betrag von deiner Börse auf das Gerät. Lass dir die Empfangsadresse dabei auf dem Display des Geräts anzeigen und vergleiche sie mit der Adresse, die du kopiert hast. Wie Überweisungen grundsätzlich funktionieren, steht in Krypto überweisen.
8. Wiederherstellung prüfen
Bevor größere Beträge auf das Gerät gehen, solltest du einmal testen, ob deine Seed-Phrase stimmt. Viele Geräte haben dafür eine Prüffunktion. Alternativ setzt du das Gerät zurück und stellst es mit deinen Wörtern wieder her. Danach muss dieselbe Adresse mit deinem Testbetrag erscheinen.
Beispiel Tom richtet sein neues Gerät ein, schickt 20 Euro in Bitcoin von der Börse und prüft die Adresse am Display. Dann setzt er das Gerät zurück und stellt es mit seinen 24 Wörtern wieder her. Die 20 Euro sind wieder da. Erst jetzt überträgt er den Rest.
Die häufigsten Fehler
- Seed-Phrase als Foto oder in der Notizen-App. Damit ist der Vorteil des Hardware-Wallets dahin.
- Seed-Phrase und Gerät am selben Ort. Wer beides findet, hat alles. Bewahre die Wörter getrennt vom Gerät auf.
- Wiederherstellung nie getestet. Ein Schreibfehler fällt sonst erst auf, wenn das Gerät kaputt ist.
- Adresse nicht am Gerät geprüft. Schadsoftware kann kopierte Adressen im Computer austauschen. Nur das Display des Geräts ist verlässlich.
- Blind signieren. Bestätige am Gerät nur, was du verstehst. Bei DeFi-Seiten zeigt das Gerät manchmal nur kryptische Daten. Dann lieber abbrechen.
Und wenn das Gerät kaputtgeht?
Dann ist nichts verloren, solange du deine Seed-Phrase hast. Deine Coins liegen nicht auf dem Gerät, sondern auf der Blockchain. Mit den Wörtern stellst du das Wallet auf einem neuen Gerät wieder her, auch von einem anderen Hersteller, sofern es denselben Standard nutzt.
Wird das Gerät gestohlen, schützt dich die PIN. Zur Sicherheit solltest du trotzdem ein neues Wallet mit neuer Seed-Phrase anlegen und deine Coins dorthin übertragen.
Häufige Fragen
Brauche ich für jede Kryptowährung ein eigenes Hardware-Wallet?
Nein. Ein Gerät kann viele Kryptowährungen gleichzeitig verwalten. Welche genau, steht auf der Seite des Herstellers.
Kann ich mein Hardware-Wallet auch mit dem Handy nutzen?
Ja, viele Geräte funktionieren per Bluetooth oder Kabel mit einer Handy-App. Die Schlüssel bleiben dabei trotzdem auf dem Gerät.
Was kostet ein Hardware-Wallet?
Einsteigergeräte gibt es ab etwa 50 bis 80 Euro, Modelle mit großem Bildschirm kosten mehr. Für die Sicherheit macht das kaum einen Unterschied, der Komfort ist größer.
Muss das Hardware-Wallet immer angeschlossen sein?
Nein. Zum Empfangen von Coins muss das Gerät nicht verbunden sein, du brauchst nur die Adresse. Anschließen musst du es nur, wenn du Coins versenden willst.