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Krypto überweisen: Adressen, Netzwerke und Gebühren

Von Malte Jäger, aktualisiert am , 4 Minuten Lesezeit, Schritt 13 von 29 im Lernpfad

Illustration: Eine Münze reist auf einer markierten Seeroute zwischen zwei Inseln, Bojen zeigen den richtigen Weg.
KI-generiertes Bild, erstellt mit Higgsfield

Kurz erklärt

Um Krypto zu überweisen, brauchst du die Wallet-Adresse des Empfängers und musst ein Netzwerk wählen, das beide Seiten für diesen Coin unterstützen. Jede Überweisung kostet eine Netzwerkgebühr und lässt sich nicht rückgängig machen. Prüfe deshalb Adresse und Netzwerk genau und sende bei größeren Beträgen zuerst einen kleinen Testbetrag.

Was eine Wallet-Adresse ist

Eine Wallet-Adresse ist so etwas wie deine Kontonummer in der Krypto-Welt. Sie wird aus deinem Schlüssel berechnet und ist öffentlich: Du kannst sie bedenkenlos weitergeben, damit dir jemand Coins schickt. Geheim bleiben muss nur deine Seed-Phrase.

Adressen sind lange Zeichenketten und sehen je nach Blockchain unterschiedlich aus:

  • Bitcoin: beginnt meist mit bc1, ältere Adressen mit 1 oder 3
  • Ethereum und viele kompatible Netzwerke: beginnt mit 0x, gefolgt von 40 Zeichen
  • Solana: eine Kette aus 32 bis 44 Buchstaben und Ziffern ohne festes Präfix

Statt die Adresse abzutippen, kopierst du sie oder scannst einen QR-Code.

Das richtige Netzwerk wählen

Viele Coins und Token gibt es auf mehreren Blockchains gleichzeitig. Der Stablecoin USDC läuft zum Beispiel auf Ethereum, Solana und mehreren Layer-2-Netzwerken. Bei der Auszahlung fragt dich die Börse deshalb, über welches Netzwerk du senden willst.

Die Regel ist einfach: Absender und Empfänger müssen dasselbe Netzwerk nutzen. Schickst du USDC über Solana an eine Börse, die für diese Adresse nur Ethereum erwartet, kommt das Geld nicht an. Manchmal lässt es sich mit Aufwand und Gebühren retten, oft ist es verloren.

Auf der Empfangsseite zeigt dir die Börse oder das Wallet an, welches Netzwerk zur angezeigten Adresse gehört. Wähle beim Senden genau dieses.

Was eine Überweisung kostet

  • Netzwerkgebühr: Sie geht an die Miner oder Validatoren, die deine Transaktion in einen Block aufnehmen. Je voller das Netzwerk, desto höher. Auf Ethereum heißt sie Gas, mehr dazu im Artikel Was ist Ethereum?
  • Auszahlungsgebühr der Börse: Viele Börsen verlangen einen festen Betrag pro Auszahlung, der die Netzwerkgebühr abdeckt und oft etwas darüber liegt.

Layer-2-Netzwerke und Blockchains wie Solana sind meist deutlich günstiger als das Ethereum-Hauptnetz.

Schritt für Schritt: Krypto sicher senden

  1. Adresse beim Empfänger kopieren, zusammen mit dem angegebenen Netzwerk.
  2. In deinem Wallet oder bei der Börse „Senden“ bzw. „Auszahlen“ wählen und Coin sowie Netzwerk auswählen.
  3. Adresse einfügen und prüfen: Vergleiche mindestens die ersten und letzten sechs Zeichen mit dem Original.
  4. Memo oder Tag ergänzen, falls verlangt. Manche Coins wie XRP oder Stellar brauchen beim Senden an eine Börse zusätzlich eine Kennnummer. Fehlt sie, kann die Börse das Geld nicht zuordnen.
  5. Testbetrag senden: Bei größeren Summen zuerst einen kleinen Betrag schicken und warten, bis er ankommt.
  6. Betrag senden und bestätigen. Bei einem Hardware-Wallet die Adresse auf dem Gerätedisplay noch einmal prüfen.

Wie lange eine Überweisung dauert

Das hängt vom Netzwerk ab. Ein Bitcoin-Block entsteht etwa alle zehn Minuten, ein Ethereum-Block etwa alle zwölf Sekunden. Börsen warten oft auf mehrere Bestätigungen, bevor sie dir den Betrag gutschreiben. Bei Bitcoin kann eine Einzahlung deshalb eine halbe Stunde oder länger dauern.

Transaktion verfolgen

Jede Überweisung erhält eine eindeutige Kennung, die Transaktions-ID oder Hash. Mit ihr findest du die Überweisung in einem Block-Explorer, einer Webseite, die alle Einträge einer Blockchain anzeigt. Dort siehst du, ob sie bestätigt wurde, wann und mit welcher Gebühr.

Typische Fehler und Betrugsmaschen

  • Falsches Netzwerk gewählt: der häufigste und teuerste Fehler
  • Memo oder Tag vergessen bei Coins, die eines verlangen
  • Adressvergiftung: Betrüger schicken dir winzige Beträge von einer Adresse, die deiner echten zum Verwechseln ähnlich sieht. Kopierst du später aus deiner Transaktionshistorie, erwischst du die falsche. Kopiere Adressen deshalb immer direkt beim Empfänger.
  • Schadsoftware in der Zwischenablage: Manche Viren tauschen kopierte Adressen heimlich aus. Darum vor dem Senden immer Anfang und Ende vergleichen.

Mehr Maschen erklärt der Artikel Krypto-Betrug erkennen.

Häufige Fragen

Kann ich eine Krypto-Überweisung zurückholen?

Nein. Einmal bestätigt, ist eine Transaktion endgültig. Nur der Empfänger kann dir das Geld freiwillig zurückschicken.

Was passiert, wenn ich das falsche Netzwerk gewählt habe?

Kontaktiere sofort den Support des Empfängers, meist der Börse. Manchmal kann sie das Geld gegen eine Gebühr retten. Garantiert ist das nicht, und bei Überweisungen an private Wallets hilft oft nur, wenn der Empfänger dasselbe Wallet auch im anderen Netzwerk öffnen kann.

Warum verlangt meine Börse einen Nachweis für mein eigenes Wallet?

Seit Ende 2024 müssen Krypto-Dienstleister in der EU bei Überweisungen Angaben zu Absender und Empfänger erfassen. Bei Beträgen über 1.000 Euro an ein selbst verwahrtes Wallet müssen sie prüfen, ob es wirklich dir gehört, etwa durch eine Bestätigung mit einer kleinen Testüberweisung oder einer Signatur.

Ist eine Überweisung zwischen meinen eigenen Wallets steuerpflichtig?

Nein, das ist kein Verkauf. Dokumentiere solche Überweisungen aber, damit du sie dem Finanzamt nachweisen kannst. Mehr im Artikel Krypto-Steuern in Deutschland.