Layer 2 und Bridges einfach erklärt
Kurz erklärt
Ein Layer 2 ist ein zusätzliches Netzwerk, das auf einer Blockchain wie Ethereum aufbaut, viele Transaktionen gebündelt abwickelt und nur das Ergebnis auf die Haupt-Blockchain schreibt. Dadurch werden Überweisungen deutlich günstiger und schneller. Mit einer Bridge überträgst du Token zwischen verschiedenen Blockchains oder Layern. Bridges waren in der Vergangenheit häufig Ziel großer Hacks.
Warum Blockchains Layer 2 brauchen
Eine Blockchain wie Ethereum kann pro Sekunde nur eine begrenzte Zahl an Transaktionen verarbeiten, weil jede Node jede Transaktion prüfen und speichern muss. Wenn viele Menschen gleichzeitig handeln wollen, steigen die Gebühren stark.
Die Lösung: Die Haupt-Blockchain, der Layer 1, bleibt für die Sicherheit zuständig. Die eigentliche Arbeit erledigen Netzwerke darüber, die Layer 2. Sie bündeln Tausende Transaktionen und schreiben nur eine Zusammenfassung zurück auf Ethereum. Die Gebühr für diesen Eintrag teilen sich alle Transaktionen im Bündel.
Rollups: die wichtigste Art von Layer 2
Die meisten Layer 2 auf Ethereum sind Rollups. Sie unterscheiden sich darin, wie sie beweisen, dass ihre Zusammenfassung stimmt.
Optimistic Rollups
Sie gehen zunächst davon aus, dass alles korrekt ist. Während einer Frist von meist etwa sieben Tagen kann jeder einen Betrug nachweisen. Bekannte Beispiele sind Arbitrum, Optimism und Base.
Die Folge für dich: Willst du Geld über die offizielle Bridge zurück auf Ethereum holen, dauert das etwa eine Woche. Schneller geht es über Drittanbieter gegen eine Gebühr.
ZK-Rollups
Sie liefern zu jedem Bündel einen mathematischen Beweis mit, dass alle Transaktionen korrekt sind. Eine Wartefrist ist dadurch nicht nötig. Beispiele sind zkSync, Starknet, Scroll und Linea.
Seit einem Ethereum-Update im März 2024 können Rollups ihre Daten deutlich günstiger auf Ethereum ablegen. Seitdem kosten viele Transaktionen auf Layer 2 nur noch Cent-Beträge.
Lightning: der Layer 2 für Bitcoin
Auch Bitcoin hat einen bekannten Layer 2, das Lightning-Netzwerk. Zwei Teilnehmer öffnen einen Zahlungskanal und können darüber beliebig oft fast kostenlos und sofort Bitcoin hin- und herschicken. Nur das Öffnen und Schließen des Kanals landet auf der Bitcoin-Blockchain. Lightning eignet sich vor allem für kleine Zahlungen.
Was eine Bridge ist
Blockchains können nicht direkt miteinander kommunizieren. Ether auf Ethereum und Ether auf Arbitrum sind technisch getrennte Dinge. Eine Bridge, auf Deutsch Brücke, verbindet sie.
Meist funktioniert das so:
- Du schickst deine Token an einen Smart Contract der Bridge auf der Ausgangs-Blockchain. Dort werden sie gesperrt.
- Auf der Ziel-Blockchain erhältst du die gleiche Menge eines Gegenstücks.
- Für den Rückweg wird das Gegenstück vernichtet und das Original freigegeben.
So entstehen auch sogenannte Wrapped Token, etwa Wrapped Bitcoin (WBTC), ein Token auf Ethereum, hinter dem gesperrte Bitcoin stehen sollen.
Die Risiken von Bridges
In einer Bridge liegen oft riesige Summen an einem Ort. Das macht sie zum beliebten Angriffsziel. Einige der größten Krypto-Diebstähle trafen Bridges:
- Ronin (März 2022): rund 600 Millionen Dollar
- Wormhole (Februar 2022): rund 320 Millionen Dollar
- Nomad (August 2022): rund 190 Millionen Dollar
Wird eine Bridge geplündert, kann das Gegenstück auf der Ziel-Blockchain seinen Wert verlieren, weil keine Deckung mehr dahintersteht.
So nutzt du Layer 2 und Bridges sicherer
- Offizielle Bridges der Layer 2 oder etablierte Anbieter verwenden und die Adresse als Lesezeichen speichern
- Erst einen Testbetrag schicken
- Das richtige Netzwerk im Wallet auswählen, bevor du Token sendest. Siehe Krypto überweisen.
- Wissen, wie dezentral ein Layer 2 ist: Bei vielen Rollups ordnet bisher ein einzelnes Unternehmen die Transaktionen. Unabhängige Webseiten wie L2BEAT bewerten, wie weit ein Layer 2 dabei schon ist.
Viele Börsen erlauben inzwischen Ein- und Auszahlungen direkt auf Layer 2. Dann brauchst du gar keine Bridge.
Häufige Fragen
Hat ein Layer 2 eine eigene Kryptowährung?
Manche haben einen eigenen Token für Abstimmungen, etwa Arbitrum mit ARB. Die Gebühren zahlst du auf den großen Ethereum-Layer-2 aber meist in Ether.
Warum dauert die Auszahlung von Arbitrum auf Ethereum eine Woche?
Weil Arbitrum ein Optimistic Rollup ist. Während der Frist von etwa sieben Tagen kann jeder einen Betrug nachweisen. Erst danach gibt die offizielle Bridge das Geld frei. Drittanbieter-Bridges sind schneller, kosten aber eine Gebühr.
Sind meine Coins auf einem Layer 2 genauso sicher wie auf Ethereum?
Nicht ganz. Rollups übernehmen die Sicherheit von Ethereum nur teilweise, und viele haben noch zentrale Kontrollpunkte. Für große Beträge, die du lange hältst, ist das Ethereum-Hauptnetz oder ein Hardware-Wallet auf Layer 1 die vorsichtigere Wahl.
Brauche ich für jeden Layer 2 ein neues Wallet?
Nein. Ethereum-Wallets funktionieren auf allen kompatiblen Layer 2 mit derselben Adresse. Du musst im Wallet nur das passende Netzwerk auswählen.