Was ist Staking? Krypto-Staking einfach erklärt
Kurz erklärt
Beim Staking hinterlegst du Coins einer Proof-of-Stake-Blockchain, damit das Netzwerk sicher bleibt. Als Belohnung bekommst du neue Coins, ähnlich wie Zinsen. Du kannst selbst einen Validator betreiben, deine Coins an einen Validator delegieren oder bequem über eine Börse oder einen Liquid-Staking-Anbieter staken.
So funktioniert Staking
Blockchains mit Proof of Stake wie Ethereum, Solana oder Cardano werden von Validatoren gesichert. Sie prüfen neue Blöcke und hinterlegen dafür eigene Coins als Pfand.
- Wer ehrlich mitarbeitet, wird mit neu geschaffenen Coins und einem Teil der Gebühren belohnt.
- Wer betrügt oder schlecht arbeitet, verliert einen Teil seines Pfands. Das nennt man Slashing.
Staking ist also kein Kredit an jemanden, sondern eine Belohnung dafür, das Netzwerk abzusichern.
Vier Wege zu staken
Selbst Validator werden
Du betreibst selbst einen Computer, der rund um die Uhr online ist und als Validator arbeitet. Bei Ethereum brauchst du dafür 32 Ether. Das bringt die volle Belohnung, erfordert aber technisches Wissen und birgt das Risiko, durch Fehler Belohnungen zu verpassen oder bestraft zu werden.
An einen Validator delegieren
Bei vielen Blockchains, etwa Solana oder Cardano, kannst du deine Coins direkt aus deinem Wallet einem Validator zuordnen. Die Coins bleiben in deinem Wallet, der Validator bekommt einen Teil der Belohnung als Provision.
Über eine Börse
Viele Börsen bieten Staking per Klick an. Das ist am bequemsten. Dafür behält die Börse einen Teil der Belohnung ein, und deine Coins liegen bei ihr. Siehe Hot Wallet vs. Cold Wallet.
Liquid Staking
Anbieter wie Lido oder Rocket Pool staken deine Coins und geben dir dafür einen Beleg-Token zurück, bei Ether etwa stETH oder rETH. Dieser Token sammelt die Belohnungen und lässt sich gleichzeitig handeln oder in DeFi einsetzen, etwa als Sicherheit beim Krypto-Lending. Dafür kommt das Risiko des Anbieters und seiner Smart Contracts dazu.
Wie hoch die Rendite ist
Die Belohnung schwankt und hängt von der Blockchain und davon ab, wie viele Coins insgesamt gestaked sind. Bei Ether lag sie zuletzt im niedrigen einstelligen Prozentbereich pro Jahr.
Wichtig: Die Belohnungen bestehen zum Teil aus neu geschaffenen Coins. Wer nicht staked, wird dadurch relativ verwässert. Und eine Rendite in Coins sagt nichts über die Rendite in Euro, wenn der Kurs fällt.
Die Risiken
- Kursverlust: Die Staking-Rendite gleicht einen fallenden Kurs meist nicht aus.
- Sperrfristen: Bei manchen Blockchains dauert es Tage oder Wochen, bis gestakte Coins wieder frei sind. Bei Polkadot sind es zum Beispiel 28 Tage, bei Ethereum hängt es von der Warteschlange ab.
- Slashing: Macht dein Validator Fehler, kann ein Teil der Coins verloren gehen.
- Anbieter-Risiko: Bei Börsen und Liquid-Staking-Anbietern vertraust du dem Unternehmen oder seinem Code.
- Kursabweichung bei Liquid Staking: Im Juni 2022 wurde stETH zeitweise rund 6 Prozent unter dem Wert von Ether gehandelt. Wer verkaufen musste, verlor diesen Abschlag.
Staking und Steuern
In Deutschland gelten Staking-Belohnungen als sonstige Einkünfte. Versteuert wird ihr Wert in Euro zum Zeitpunkt, an dem du sie erhältst, ab einer Freigrenze von 256 Euro im Jahr. Die einjährige Haltefrist der gestakten Coins verlängert sich durch das Staking nicht. Die Details stehen im Artikel Krypto-Steuern in Deutschland.
Häufige Fragen
Ist Staking sicher?
Das Staking selbst ist bei großen Blockchains ein bewährtes Verfahren. Die Risiken liegen vor allem im Kurs, in Sperrfristen und beim gewählten Anbieter.
Kann ich meine Coins jederzeit zurückholen?
Das hängt von der Blockchain und vom Anbieter ab. Bei manchen ist das sofort möglich, bei anderen gibt es Sperrfristen. Liquid-Staking-Token kannst du jederzeit verkaufen, eventuell aber mit Abschlag.
Lohnt sich Staking für kleine Beträge?
Über Börsen oder Liquid Staking ist Staking schon mit kleinen Beträgen möglich. Die Belohnung ist dann entsprechend klein. Achte darauf, dass Gebühren sie nicht auffressen.
Was ist der Unterschied zwischen Staking und Lending?
Beim Staking wirst du vom Netzwerk dafür belohnt, dass du es absicherst. Beim Lending zahlen andere Nutzer Zinsen dafür, dass du ihnen Coins leihst. Siehe Krypto-Lending.