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Krypto Navigator

Was ist ein NFT? Einfach erklärt

Von Malte Jäger, aktualisiert am , 4 Minuten Lesezeit, Schritt 9 von 29 im Lernpfad

Illustration: Ein gerahmtes Bild auf einer kleinen Insel, an dem ein Siegel hängt, das mit einer Kette mit einem Block verbunden ist.
KI-generiertes Bild, erstellt mit Higgsfield

Kurz erklärt

Ein NFT (Non-Fungible Token) ist ein einzigartiger Token auf einer Blockchain, der wie ein digitales Echtheitszertifikat funktioniert. Er zeigt, wem ein bestimmtes digitales Objekt gehört, etwa ein Bild, ein Ticket oder ein Gegenstand in einem Spiel. Anders als bei Bitcoin ist jedes NFT ein Unikat und nicht gegen ein anderes austauschbar. Wer ein NFT kauft, besitzt den Token, aber meist nicht das Urheberrecht am Werk.

Was „Non-Fungible“ bedeutet

Fungible heißt austauschbar. Ein Euro-Schein ist austauschbar: Gibst du mir deinen Zehner und ich dir meinen, hat keiner etwas verloren. Bitcoin und Ether sind genauso austauschbar, jeder Coin ist gleich viel wert.

Non-fungible heißt das Gegenteil: nicht austauschbar. Ein Konzertticket für Reihe 1, Platz 5 ist etwas anderes als eines für die letzte Reihe. Ein Originalgemälde ist etwas anderes als ein Poster davon. NFTs bringen genau diese Einzigartigkeit auf die Blockchain.

Technisch ist ein NFT ein besonderer Token, meist auf Ethereum nach dem Standard ERC-721. Jeder Token hat eine eigene Nummer und ist fest mit einer Adresse verbunden, der seines Besitzers. Was Token allgemein sind, erklärt der Artikel Coin vs. Token.

Was du beim Kauf wirklich besitzt

Das ist der wichtigste Punkt, und hier gibt es die meisten Missverständnisse:

  • Du besitzt den Token. Auf der Blockchain ist für alle sichtbar und fälschungssicher gespeichert, dass dieses NFT deiner Adresse gehört.
  • Das Bild liegt meist nicht auf der Blockchain. Der Token enthält in der Regel nur einen Verweis auf die Datei, die woanders gespeichert ist. Liegt sie auf einem normalen Server und der Anbieter schaltet ihn ab, zeigt dein NFT ins Leere. Besser sind dezentrale Speicher wie IPFS oder Arweave.
  • Du besitzt nicht automatisch die Rechte am Werk. Das Urheberrecht bleibt beim Künstler, außer er überträgt es ausdrücklich. Ein NFT eines Bildes erlaubt dir nicht, das Bild auf T-Shirts zu drucken und zu verkaufen.
  • Jeder kann die Datei kopieren. Das NFT verhindert keine Kopien, es belegt nur, wer das „Original“ hält.

Beispiel Eine Künstlerin verkauft 100 digitale Zeichnungen als NFTs. Anna kauft Nummer 37. Auf der Blockchain steht jetzt: Token 37 gehört Annas Adresse. Das Bild kann trotzdem jeder ansehen und herunterladen. Anna hat aber den Beleg, dass sie die echte Nummer 37 besitzt, und kann sie weiterverkaufen. Bei jedem Weiterverkauf kann die Künstlerin automatisch einen kleinen Anteil bekommen, wenn der Marktplatz das unterstützt.

Wofür NFTs genutzt werden

  • Digitale Kunst und Sammlerstücke: Der bekannteste Einsatz. Bilder, Animationen oder Sammelkarten mit nachweisbarer Herkunft.
  • Tickets: Ein Konzertticket als NFT lässt sich schwer fälschen, und der Veranstalter kann Regeln für den Weiterverkauf festlegen.
  • Spiele: Gegenstände wie Waffen oder Skins gehören dem Spieler und nicht nur dem Spielehersteller.
  • Domainnamen: Dienste wie ENS vergeben lesbare Namen wie „anna.eth“ als NFT, die statt einer langen Wallet-Adresse funktionieren.
  • Mitgliedschaften: Ein NFT als Eintrittskarte zu einer Community oder einem Club.
  • Nachweise: Zertifikate oder Teilnahmebestätigungen, die sich nicht fälschen lassen.

Der Hype und was davon übrig ist

2021 und Anfang 2022 wurden manche NFTs für Millionenbeträge gehandelt, und Prominente warben dafür. Danach brachen Preise und Handelsvolumen stark ein. Viele Sammlungen, die damals hunderte oder tausende Euro kosteten, sind heute fast nichts mehr wert.

Übrig geblieben ist die Technik. Sie wird heute weniger für Spekulation und mehr für praktische Dinge wie Tickets, Spiele oder Domainnamen genutzt.

Risiken

  • Schwer verkäuflich. Ein NFT ist ein Unikat. Findest du keinen Käufer, kannst du es nicht einfach zum Marktpreis verkaufen wie einen Bitcoin.
  • Wertverlust. Der Preis hängt allein davon ab, was andere zu zahlen bereit sind.
  • Betrug. Gefälschte Kopien beliebter Sammlungen, falsche Marktplätze und vor allem „Gratis-NFTs“, die dein Wallet leeren. Mehr dazu in Phishing erkennen.
  • Verschwundene Dateien. Wenn das eigentliche Bild auf einem Server liegt, der abgeschaltet wird.
  • Gebühren. Kauf und Verkauf auf Ethereum kosten Gas-Gebühren, auf Marktplätzen kommen oft noch Gebühren und Abgaben an den Künstler dazu.

Wie kauft man ein NFT?

Du brauchst ein eigenes Wallet, etwas Kryptowährung der passenden Blockchain für Kaufpreis und Gebühren und einen Marktplatz wie OpenSea oder Magic Eden. Dort verbindest du dein Wallet und bestätigst den Kauf. Prüfe vorher immer, ob die Sammlung echt ist: Marktplätze markieren verifizierte Sammlungen, und die Adresse des Smart Contracts sollte mit der auf der offiziellen Seite des Projekts übereinstimmen.

Häufige Fragen

Kann man ein NFT kopieren?

Die Datei dahinter schon, das NFT selbst nicht. Ein Screenshot ist eine Kopie des Bildes, aber kein Token auf der Blockchain. Der Besitznachweis bleibt beim Inhaber.

Sind NFTs nur Bilder?

Nein. Ein NFT kann auf alles verweisen, was sich digital darstellen lässt: Musik, Videos, Tickets, Spielgegenstände, Domainnamen oder Zertifikate.

Muss ich NFT-Gewinne versteuern?

Für NFTs gibt es in Deutschland noch keine ausdrückliche Regelung des Bundesfinanzministeriums. Viele Steuerberater behandeln den privaten Verkauf ähnlich wie bei Kryptowährungen. Bei größeren Beträgen solltest du dich beraten lassen. Grundlagen findest du im Artikel Krypto-Steuern in Deutschland.

Sind NFTs eine gute Geldanlage?

Krypto Navigator gibt keine Anlageempfehlungen. Die meisten NFTs haben stark an Wert verloren und sind schwer verkäuflich. Wer kauft, sollte das aus Interesse an der Sache tun und nur Geld einsetzen, dessen Verlust er verkraften kann.