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Krypto Navigator

Was ist eine Kryptowährung? Einfach erklärt

Von Malte Jäger, aktualisiert am , 4 Minuten Lesezeit, Schritt 1 von 29 im Lernpfad

Illustration: Eine facettierte Münze schwebt über einem Netz aus verbundenen Punkten, ähnlich einer Sternenkarte.
KI-generiertes Bild, erstellt mit Higgsfield

Kurz erklärt

Eine Kryptowährung ist digitales Geld, das ohne Bank und ohne Staat funktioniert. Wem wie viel gehört, steht in einem öffentlichen Register, der Blockchain, das viele Computer gemeinsam führen. Kryptografie sorgt dafür, dass nur der Besitzer eines geheimen Schlüssels über seine Coins verfügen kann.

Was eine Kryptowährung ausmacht

Der Name setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Krypto steht für Kryptografie, also Verschlüsselungstechnik, und Währung für Geld. Vier Eigenschaften unterscheiden Kryptowährungen von klassischem Geld:

  • Rein digital: Es gibt keine Scheine und keine Münzen. Eine Kryptowährung existiert nur als Eintrag in einem digitalen Register.
  • Dezentral: Das Register liegt nicht bei einer Bank, sondern auf Tausenden Computern weltweit. Keine einzelne Stelle kann es allein ändern oder abschalten.
  • Kryptografisch gesichert: Über deine Coins verfügst du mit einem geheimen Schlüssel. Ohne diesen Schlüssel kann niemand sie bewegen, auch kein Staat und keine Firma.
  • Feste Regeln: Wie viele Coins es gibt und wie neue entstehen, steht im Programmcode und ist für alle einsehbar.

Die erste und bekannteste Kryptowährung ist Bitcoin, entstanden 2009. Heute gibt es Tausende weitere.

Der Unterschied zum Euro auf deinem Konto

Auch der Euro auf deinem Girokonto ist nur ein digitaler Eintrag. Der entscheidende Unterschied ist, wer das Buch führt und welche Regeln gelten.

Euro auf dem Konto Kryptowährung
Wer führt das Buch? deine Bank ein Netzwerk aus vielen Computern
Wer kontrolliert die Menge? die Europäische Zentralbank ein fester Programmcode
Wann kannst du überweisen? bei Echtzeitüberweisung jederzeit, sonst an Bankarbeitstagen jederzeit
Kann eine Zahlung zurückgeholt werden? in bestimmten Fällen ja nein
Gesetzliche Einlagensicherung? ja, bis 100.000 Euro pro Bank nein
Wertschwankung gering oft sehr hoch

Wie eine Kryptowährung funktioniert

Vereinfacht läuft jede Zahlung so ab:

  1. Du besitzt ein Wallet, eine App oder ein Gerät, das deinen geheimen Schlüssel verwaltet.
  2. Willst du Coins senden, unterschreibt dein Wallet die Zahlung mit diesem Schlüssel.
  3. Die Zahlung wird an das Netzwerk geschickt. Viele Computer prüfen, ob die Unterschrift stimmt und ob du genug Coins hast.
  4. Ist alles in Ordnung, wird die Zahlung in den nächsten Block der Blockchain geschrieben und ist ab dann dauerhaft gespeichert.

Wer neue Blöcke erstellen darf und wie sich das Netzwerk einigt, regelt ein sogenanntes Konsensverfahren. Die zwei wichtigsten erklärt der Artikel Proof of Work vs. Proof of Stake.

Welche Kryptowährungen es gibt

  • Bitcoin: die älteste und wertvollste Kryptowährung, oft als „digitales Gold“ bezeichnet
  • Ethereum: eine Plattform, auf der Programme laufen, mit der Währung Ether. Mehr dazu im Artikel Was ist Ethereum?
  • Stablecoins: Kryptowährungen, deren Wert an den Dollar oder Euro gekoppelt ist. Siehe Was sind Stablecoins?
  • Altcoins und Token: Tausende weitere Projekte, von etablierten bis zu reinen Spaß- und Betrugsprojekten. Den Unterschied zwischen Coin und Token erklärt Coin vs. Token.

Viele Kryptowährungen verschwinden nach kurzer Zeit wieder. Bekanntheit und ein hoher Kurs sagen nichts darüber aus, ob ein Projekt seriös ist.

Wofür man Kryptowährungen nutzt

  • Geldanlage: Die meisten Menschen kaufen Krypto in der Hoffnung auf steigende Kurse.
  • Überweisungen: Geld lässt sich in Minuten weltweit verschicken, ohne Bank dazwischen.
  • Dezentrale Finanzen: Auf Plattformen wie Ethereum kann man tauschen, verleihen und Zinsen verdienen, ganz ohne Bank. Das heißt DeFi.
  • Bezahlen: Manche Händler akzeptieren Krypto. In Deutschland ist das im Alltag aber noch selten.

Chancen und Risiken

Kryptowährungen ermöglichen Dinge, die mit klassischem Geld nicht gehen: weltweite Zahlungen rund um die Uhr, volle Kontrolle über das eigene Vermögen und offene Finanzdienste für alle mit Internetzugang.

Dem stehen große Risiken gegenüber:

  • Starke Kursschwankungen: Verluste von mehr als der Hälfte des Werts innerhalb weniger Monate sind schon oft vorgekommen.
  • Keine Rückbuchung: Eine Zahlung an die falsche Adresse oder an einen Betrüger ist weg.
  • Eigenverantwortung: Verlierst du deinen Schlüssel, kann dir niemand helfen. Wie du ihn sicherst, erklärt der Artikel zur Seed-Phrase.
  • Betrug: Gefälschte Plattformen und falsche Versprechen sind weit verbreitet. Siehe Krypto-Betrug erkennen.

Investiere nur Geld, dessen Verlust du verkraften könntest.

Ja. Du darfst Kryptowährungen in Deutschland kaufen, besitzen, verkaufen und damit bezahlen. Anbieter, die Krypto-Dienste für Kunden in der EU erbringen, brauchen eine Zulassung nach der EU-Verordnung MiCA. Ein gesetzliches Zahlungsmittel wie der Euro sind Kryptowährungen aber nicht, niemand muss sie annehmen. Gewinne können steuerpflichtig sein, mehr dazu im Artikel Krypto-Steuern in Deutschland.

Häufige Fragen

Ist eine Kryptowährung echtes Geld?

Rechtlich ist sie in Deutschland kein gesetzliches Zahlungsmittel. Sie kann aber wie Geld genutzt werden, wenn beide Seiten einverstanden sind, und lässt sich jederzeit in Euro tauschen.

Wer hat Kryptowährungen erfunden?

Die erste funktionierende Kryptowährung, Bitcoin, wurde 2008 von einer Person oder Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto beschrieben. Wer dahintersteckt, ist bis heute unbekannt.

Wie viele Kryptowährungen gibt es?

Es gibt Tausende. Weil jeder mit wenigen Klicks einen eigenen Token erstellen kann, kommen täglich neue hinzu. Nur ein kleiner Teil davon hat einen nennenswerten Wert oder eine echte Nutzung.

Kann ich mit Kryptowährungen alles verlieren?

Ja. Durch Kursverluste, Betrug, eine Pleite des Anbieters oder einen verlorenen Schlüssel ist ein Totalverlust möglich. Deshalb gilt: nur Geld einsetzen, das du nicht für dein Leben brauchst.